Ich habe beschlossen, mich selbst zu recyceln

Die Selbstaufhebung: Die äußerste Konsequenz eines künstlerischen und kreativen Prozesses

Das sollte man niemand anderem überlassen.
Es schien mir interessant, bereits während meines Lebens damit anzufangen.

Beispiele für Künstler, die recycelt haben, sind durchaus vorhanden (u.a. Roy Lichtenstein – Rob Scholten), jedoch im Sinne des Wiederverwendens von Ideen oder Darstellungen anderer Künstler.
Maria Es, geht einen Schritt weiter und recyclet ihren eigenen Bilder.
"Nicht indem ich diese übermale, sondern indem ich den alten Bildern neue Elemente hinzufüge, wird die Emotion und das Erleben des Bildes vollkommen verändert, obwohl das Ursprüngliche sichtbar bleibt. Wie in meiner Kindheit eine Jungenjacke zu einer Jacke für die jüngere Schwester umgearbeitet wurde. Gleichzeitig wird eine Zeitspanne überbrückt. Die Notwendigkeit zu recyceln: ein weitgehendes Gegenwartsspiel mit der Identität. Nichts ist mehr so wie es scheint".

Das Bedürfnis zu recyceln, entspringt auch der Folge einer zu großen Erblast (wer recycelt Rembrandt – Vermeer – Mondrian?). Platz schaffen für neue Kunstauffassungen. Das Bedürfnis, die Erstarrung des zwangsneurotischen Konservierungsdrangs der westlichen Kunstwelt zu durchbrechen. Kunst muss austauschbar werden und vergänglich sein. Für mich ist Kunst ein konstanter Energiestrom, der nichts mit schön, hässlich oder kostbar zu tun hat.

"Mein Recycel-Projekt begann 2002 nach einer längeren Malphase. Mein erstes Recycel-Bild war „Es-Cape“. Jedes recycelte Bild trägt jetzt zwei Jahreszahlen, zudem gibt es von einigen Arbeiten Fotos, die sie vor der Veränderung zeigen. Ein Beispiel für solch ein Recycel-Bild ist ein kleines Jungenporträt. Das anfangs unschuldig blickende Gesichtchen, 1997 entstanden, hat aufgrund der Bearbeitung 2005 eine dramatische Ladung erhalten. Das selbe Jungengesicht blickt nämlich jetzt durch eine Höhle. Als Zuschauer kann man nicht sehen, was er sieht, aber der Blick des Kindes ist beklemmend. Der Titel lautet: „Vor dem Schrei“.

 

 Vor dem Schrei 1998 - 2004

Mehrere meiner neuen Bilder sind deutlich von Berlin beeinflusst. Beispielsweise die ONYVA-Zeichnungen, die mit einer verformbaren Schablone gefertigt wurden. Die Stecknadeln, mit denen die Schablone fixiert wurde, sind noch immer sichtbar, als ginge es hier um eine neue Form der Akupunktur. Die Zeitungstexte der Berliner Zeitung in den Zeichnungen stellen die wichtige und so vergängliche Eintagskultur des täglichen Lebens dar.

 

 

 

ONYVA®Berlin

   Maria Es Tel.: +31 (0) 6­ 21 85 19 43. +49 (0)163­ 504 1086. 
    Email:
info@mariaes.nl / info@mariaes.de

Klicken Sie hier für die Seitenverbindung