Ausstellung:
Tuschezeichnungen Schwarz-Weiss einige auf Polyester gedruckt (200 x 160 cm).
Ein dieser Zeichnungen auf Grossformat 3 x 3 Meter (Polyester) an der Galeriefassade draussen.
Installation ‘BarberGirls’
Installation ‘Barber Girls’
16 Weisse Sokkel mit polyester Köpfe überarbeitet mit Weissem Mehl
Schmuck (Im Auftrag von Maria Es entworfen und dokumentiert von 4 junge Edelschmiede aus den Niederlande) Floor Sporck, Ingrid Wittebol, Benthe Hendrikx, Dieter Volker.
Text “Die Gedanken sind frei”
Musikkompilation: deutsches Liebeslied von Sarah Leander “Wunderland bei Nacht” und Neil Young “Living with War”.
Women in War & BarberGirls
einer der wichtigsten und umfassendsten Kunstprojekte von Maria Es. Aus einer weiblichen Perspektive visualisiert sie ihre Suche nach der Basis für Krieg. Insbesondere der Rolle der Frau gilt dabei ihre Aufmerksamkeit.
Die Loyalität der Frauen als wichtiger Basis für Krieg.
Maria Es: “Ich bin drei Jahre wie ein Nomade durch den U-Bahn–Dschungel gefahren, auf der Strasse immer wieder auf der Suche nach Entlüftungskanälen, fotografierte, spürte unter meinen Füßen das Gebrumms, beobachtete die Menschen, wie sie rein gingen und wieder rauskamen ins Tageslicht. Wie sie sich, fremd und verbunden zugleich, zusammenfügten unter der Erde. Der Abstieg am hellichten Tag - ein freiwilliger Tod? Oder eine unbewusste Heimkehr ins Ungewisse?”
Die in der Zeit entstandenen Zeichungen spiegeln die Assoziationen der Künstlerin:
“So wie die U-Bahn mich mitgenommen hat ins Unterbewusste, nehmen die schwarzen Linien in meinen Zeichnungen den Betrachter mit ins Innere des Krieges”.
Performance statt Information. “Ich war nicht auf der Suche nach Schuld oder Unschuld. Ich war wie ein Chirurg, messerscharf. Wollte nur öffnen und neue Prozesse in Gang setzen... Auf Papier, mit meinen Linien führte ich meinen eigensten Krieg, zeigte Ironie und Schmerz, Drama und Wahnsinn, bekam Spass an Höhlen, Stahl, Kontrasten, Trümmern. In einem Geschäft kaufte ich Architekten-Schablonen. Kleine Männer und Frauen, aber meistens Männer, kriegten in meinen Zeichnungen ein Gewehr. Immer mehr kam ich in die heutige Welt, wo Bedrohung und Angst für Übergriffe zum normalen Altag gehören. Dann begann ich, Waschvorschriften aus Bekleidung mit in meine Zeichnungen hineinzukleben. Die Ironie: der Mensch und seine Gebrauchsanleitung. Getrennt waschen, nicht bügeln, in Form ziehen, weg vom Feuer, liegend trocknen…”
Und immer war es die Rolle der Frauen, die Maria Es besonders interessiert hat.
“Es waren nicht nur die Fotos von den Zerstörungen die mich am meisten beschäftigt oder beeindruckt haben. Es waren die Gesichter der Frauen; lachend, als sei Krieg ein Spiel, unangetastet, unberührt und stark. Mir kam der Gedanke, dass die Loyalität der Frauen ein sehr wichtiger Bestandteil des Krieges ist. Ökonomisch sind die Frauen wichtig, übernehmen die Arbeit der Männer, die an der Front sind. Sorgen für Nachwuchs. Sind der festen Punkt. Ich möchte erreichen, dass Frauen sich ihrer Kraft und ihrer Loyalität, ihrer Rolle als passive oder aktive Mitmacherin bewußt werden, und ihre Macht anwenden, Krieg nicht mehr zu dulden. Und sich ihrer Verantwortung zu stellen und bereit sind, sie zu übernehmen– Frauen sind 50% der Bevölkerung! Jeder leidet unter Krieg, keiner will es, aber keiner weiß, wie man es umbiegen kann.
Krieg nimmt uns auf aggressive Weise unsere Söhne, Väter und Mitmenschen. Krieg ist eine persönliche Katastrophe, eine Tragödie, die Menschenleben aus dem Lot bringt und grundlegend verändert."
BarberGirls-Installation Liebe ist kein Verbrechen, aber eine Chance.
Maria Es: „Die Installation ist ein Monument für Frauen die im Krieg erniedrigt oder als politische Waffe benutzt werden – die ‘Moffenhoeren’, das ist ein holländischen Schimpfwort für Frauen (freie Frauen), die im Krieg eine Beziehung mit deutschen Soldaten hatten. Sie wurden öffentlich (auf Wagen gestellt), mussten den Hitlergruss machen, ihnen wurden die Haare geschoren, sie mussten Schilder tragen sie wurden mit Dreck und mit schwarzer Farbe beschmiert. Kinder von diesen Frauen wurden viele Jahre nach dem Krieg verstoßen.
Liebe kennt keine Grenzen es waren meistens normale Beziehungen – sie wurden bestraft für etwas was gefühlsmäßig ganz normal ist. Außerdem kann man im Krieg nicht wissen wie lange der Krieg dauert. Man sieht oft dass Nationen sich vermischen durch Liebe.
Die Frau, die Eva, die Schuldige. Die männliche Bevölkerung fühlte sich sexuell verraten von diesen Frauen. Frauen erniedrigen um Männer politisch zu treffen (diesmal der deutsche Soldat). Eine öffentliche Hinrichtung, um dem Volk zu zeigen was man mit weiblichen ‘Verrätern’ macht. Diese Frauen gab es u.a. in Belgien und Frankreich auch. Es sind viele Kinder aus diesen Beziehungen geboren.“